Handwerkliches
Handwerkliche Vorbereitungen ![]() |
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![]() Sein beschauliches Atelier verwandelt sich zeitweise in eine Werkstatt. Gebrauchte alte Tischdecken und Bettlaken werden ausgekocht, denn neues Leinen ist imprägniert, steif und knittert. Sie werden in passende Größen zerschnitten, gebügelt, auf Keilrahmen gespannt, geleimt und mit bis zu 7 Anstrichen grundiert. Falls er sie nicht spannt, klebt er sie auf Bretter, die er aus großen Spanplatten zurechtsägt. |
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![]() Die Wartezeiten nutzt er, um mit einem schweren Stein – stundenlang stehend – die gekauften Pigmente auf einer Glasplatte zusammen mit den Bindemitteln zu homogenen Farben zu verreiben und diese in Tuben und Gläser abzufüllen. |
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![]() Er weiß, welches Mischungsverhältnis er bei dem einen Gelb benötigen wird, wenn er nächste Woche auf dem Markt Kirschen findet oder seine Frau Liane einen Blumenstrauß vom Spaziergang nach Hause bringen wird. Bei einem anderen Gelb muss er die Mixtur vielleicht anders komponieren, wenn er daran denkt, dass er im Winter – mangels frischer Blumen und einheimischer Früchte – wieder Zitronen oder auch mal ein Spiegelei malen wird. Zur Tönung einer größeren Fläche braucht er eine andere Konsistenz als zum Setzen eines Lichtpunkts, für durchscheinende Farben eine andere als für undurchlässige und für einen teigigen Strich eine andere als für einen durchbrochenen trockenen. |
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![]() Die Dokumentation seiner lebenslangen Beobachtungen macht den vergessenen Erfahrungsschatz der Vergangenheit folgenden Malergenerationen wieder verfügbar. |
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![]() Egon von Vietinghoff praktiziert und formuliert reine Malerei, ohne sich Elemente anderer Kunstgattungen und Techniken auszuleihen (z.B. in Bilder gemalte Gedichte oder mobile, akustische Überraschungen und Video-Installationen). |
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